Khalil Gibran
Zum Tod von Salim al-Dahir
Der Sohn der Zedern ist gestorben;
lasst uns seinen Sarg
aus Lorbeer und Rosen
über Berge und Täler tragen,
o Jugend von Becharre! Artikel lesen
Khalil Gibran Jesus Menschensohn
Einmal, alle hundert Jahre
Einmal, alle hundert Jahre, trifft Jesus von Nazareth
den Jesus der Christen in einem Garten
zwischen den Hügeln des Libanon.
Und sie sprechen lange, und jedes mal geht Jesus von Nazareth fort,
indem er zum Jesus der Christen sagt:
"Mein Freund, ich fürchte, wir werden niemals,
niemals übereinstimmen." Artikel lesen
Khalil Gibran: Die Götter der Erde
Der erste Blick
Das ist die Minute zwischen der Ekstase des Lebens und seinem Er-
wachen, der erste Funken, der die Zellen des Geistes entzündet, der
erste zauberhafte Ton, der auf der ersten Saite der Laute des menschli-
chen Herzens erklingt, der Augenblick, der dem geistigen Ohr die
Kunde verflossener Zeiten zurückbringt und dem Blick die Mysterien
der Nächte enthüllt; er gleicht dem Wirken des Geistes in
dieser Welt
und dem Geheimnis der Unsterblichkeit in der zukünftigen Welt.
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Khalil Gibran: Herbst 1910
Die Sklaverei
Die Menschen sind Sklaven des Lebens; Sklaverei füllt ihre Tage
mit Schmach und Erniedrigung und taucht ihre Nächte in Blut und
Tränen. Artikel lesen
Khalil Gibran: Harmonie auf dem Gipfel
Die beiden Eremiten
Auf einem einsamen Berg lebten zwei Eremiten, die Gott im Gebet
verehrten und einander liebten. Beide besaßen nur eine irdene
Schale,
und diese war ihr einziger Besitz. Artikel lesen
Gibrans Totenmaske
Tod Khalil Gibrans
In dieser Morgendämmerung des 10. April 1931 richten sich die er-
sten Strahlen meines Morgenrots auf, und die Widerhaken meiner
Schmerzen beugen sich vor meinem letzten Tag. Die Lippen meiner
Augen zittern lächelnd und weinend beim Ton der letzten
Schläge
meines Herzens. Ich versuche, all meine Sehnsüchte nachzuempfinden,
um mich schließlich nach dem Tod zu sehnen, diesem Tribut an die
äußerste
Schönheit. Artikel lesen