Fremdling
Die Welt vergeht mit ihrer Lust -
wie auch mit ihrem Leid;
solange noch dein Blick verstellt, -
dich Soll und Haben grausam quält, -
bist du nicht frei von Angst und Frust. Artikel lesen
Licht und Schatten
Der Schatten sprach zum Licht:
Warum – erleuchtest du mich nicht?
Da sprach das Licht: Ich bin –
und du bist nicht;
wenn das, was dich erzeugt,
nicht stünde gegen mich –
dann wärst du ich. Artikel lesen
Heiligung
In deiner Liebe ganz geborgen
oh, du wundersame Macht,
trägst vom Abend bis zum Morgen
uns durch ungewisse Nacht. Artikel lesen
Helga Günther: Tagesanbruch
Wenn in dunkler Nächte Kammer
peinigend die Unruh quält,
und der ganze Erdenjammer
dich bedrückend überfällt, Artikel lesen
Helga Günther: Jetzt
Nur in Gedanken
betreten wir den Raum,
den wir Zukunft nennen
und den wir nicht kennen;
er ist das Morgen,
von dem wir träumen,
versäumen wir
nicht das Jetzt. Artikel lesen
Helga Günther: Feuer des Herzens
In Zeit und Raum
gefangen
spürst du kaum
das drängende Verlangen
nach dem ganz Anderen,
das fremd und tief
in deinem Herzen brennt. Artikel lesen
Helga Günther: Drei Rosen
Drei Rosen blühen
zugleich- ohne Mühen;
drei Phasen im Leben-
ständiges Streben,
Blüh’n und Vergehen,
im Kreise sich drehen,
Wachsen und Sterben-
ein stetiges Werden
zum Leben im ewigen Sein. Artikel lesen
Helga Günther: Zwei Welten
Verlange nicht nach Glück,
entfliehe nicht dem Schmerz,
wende Deinen Blick
auf Dein sehnend’ Herz. Artikel lesen
Die Bürgschaft von Schiller - Analyse von Helga Günther
V o r w o r t
Friedrich v. Schiller schrieb im Jahre 1797 die Ballade " Die
Bürgschaft".
Juristisch gesehen ist eine Bürgschaft ein Vertrag, durch den sich
eine Person, der Bürge, gegenüber dem Gläubiger eines
Dritten (Hauptschuldner) verpflichtet, für die Erfüllung der
Verbindlichkeit des Dritten einzustehen.
Wenn es um eine Bürgschaft geht, sind also mindestens drei Personen
daran beteiligt.
Mancher mag sich an seine Schulzeit erinnern, wenn er "Die
Bürgschaft" heute wieder liest.
Auch hier geht es um einen Schuldner (Damon), einen Gläubiger
(Dionys) und einen Bürgen ( Freund).
Im Unterricht diente "Die Bürgschaft" gewöhnlich als
Beispiel und Inbegriff hoher Ethik und Freundestreue; einer Treue, die
sogar den Gesinnungs-wandel eines hartherzigen Königs bewirken
kann.
Dabei spiegeln die handelnden Personen die beiden geistigen
Strömungen am Übergang von der Klassik zur Romantik wider;
einerseits ein vom Verstand und andererseits ein vom Gemüt
geleitetes Verhalten.
Aber in dieser Betonung ethischer Werte für Unterrichtsziele
erschöpft sich der Sinn der Ballade nicht. Ihren tieferen
Bedeutungsinhalt in seiner seelisch - geistigen Dimension auszuloten ist
das Anliegen dieser Schrift. Artikel lesen