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An Gott
Vielleicht, dass Mitgefühl mich mög erweichen,
dass ich nicht spotte über andrer Fehle
meinem Stolz, fiel haltlos meine Seele,
die schon erkoren war zu reinen Reichen.
Ich weiß nicht, wie ich unter andrem Zeichen
nun streitend siege, wo ich Zuflucht wähle,
dass ich im Lärm der feindlichen Befehle
nicht untergeh, fern deinen Machtbereichen.
O Fleisch, o Blut, o Kreuz, o bittres Leid,
tilgt meine Sünden, die, als ich geboren
ward, mir als Erbe schon mein Vater bot!
Nur du bist gütig, dein' Barmherzigkeit
sei meine Hilfe, sonst bin ich verloren,
so nah dem Tode und so fern von Gott.
Michelangelo 1475 - 1564
Bild: Michelangelo
http://utopia.utexas.edu/project/portraits/michelangelo.jpg
