Diener des Wortes
25.01.2012 von Sandra Antesevic
Sei immer und überall die Botin der Kunde der Freude.
Tritt ein in den Traum der Menschen und nenn ihnen deinen Namen;
geh durch den Schlaf der Welt wie ein klarer Traum,
auf den Lippen die Botschaft, die du bringst,
schmilz und verwandle dich.
Das sind Aufgabe und Schicksal, die Ich für dich bestimmt habe:
Kehr zurück zu Mir als der Name, den alle tragen,
der Name, der zu jedem passt.
(nach V. Krmpotic, Klang der Seele)
Jeder Mensch hat einen Namen. Er ist Symbol seiner Persönlichkeit,
der Einzigartigkeit ihrer Aufgabe und Rolle. Der Mensch trägt den
Namen und arbeitet an der Erfüllung seiner Aufgabe. Die
unsterbliche Seele kehrt wieder, mit einer anderen Persönlichkeit.
Sie trägt einen anderen Namen – und setzt die Arbeit an der
Erfüllung der Aufgabe fort.
Aber da ist auch der eine Name, der unaussprechliche, das Symbol der
unsterblichen Seele; er ist wie ein verborgenes Licht, das immer strahlt
im Hintergrund jedes vorläufigen Namens.
Bei denen, die sich mit ihrer Rolle und dem zeitlichen Namen eins
fühlen,
ist die Strahlung des wahren Namens kaum wahrnehmbar. Doch bei denen,
die sich der Zeitlichkeit bewusst werden, die sich bewusst werden des
universellen Lichtquells, strahlt immer deutlicher der wahre Name –
hervorgekommen aus dem Wort des Beginns. Solche Menschen gehen durch den
Traum der Welt,
klar und wach als Lichtstrahlen im Nebel der Zeit. Sie hinterlassen
keine Spuren,
außer dem Ruf und der Botschaft des Erwachens. In der
Erfüllung dieser Aufgabe,
dienend den Seelen, die erwachen wollen, wandeln sie sich selbst.
Alchemisch auflösend den vorübergehenden Namen erhalten sie
den einen, den wahren Namen.
Manchmal nennt man sie Diener des Wortes oder Diener der Menschheit.
Ihr Schicksal ist die Wiederherstellung der Wahrheit und der ewigen
Gegenwart in der Zeit. Während der Erfüllung dieser Aufgabe
kommen sie der Quelle immer näher – und werden selbst zu ihr. Die
Quelle, das ist der Name, universell, umfassend, zu jedem passend – wie
das Wort vom Beginn.
Foto: Hermann Achenbach